Katholische Pfarrei St. Martin Wehr (Baden)
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Geschichte

Die Bauchronik der Wehrer Pfarrkirche.

Pfarrkirche St. Martin in WehrWeil entsprechende Nachrichten fehlen, weiß man über das Aussehen der Wehrer Kirchbauten in Frühzeit und Hochmittelalter nichts. Auch Grabungsbefunde liegen nicht vor. Es läßt sich nur sagen, daß nach Schenkung und Inkorporation der Pfarrei das Kloster Klingental dreihundert Jahre bis 1556 Kirchherr war und damit die Baupflicht am Chorraum und Pfarrhaus zu tragen hatte. Es war nicht zum Nachteil Wehrs, daß diese Teilbaupflicht bis 1818 auf die Stadt Basel überging. Den Kirchturm pflegte die Gemeinde baulich zu unterhalten, während das Langhaus der baulichen Betreuung durch den "Kirchenheiligen" (Stiftungs- und Eigenvermögen der Pfarrei/Kirchenfonds) oblag.

Im Jahre 1537 fielen Kirche und Pfarrhaus einer Brandkatastrophe zum Opfer. Der danach errichtete Neubau wurde 1661 mit einem neuen barocken Hochaltar versehen. Mitte des 18. Jh. waren die Mängel am Pfarrhaus derart gravierend, daß ein Neubau unvermeidlich wurde. Der bauliche Zustand der Pfarrkirche verschlechterte sich ebenso immer mehr.

Am - 3. September - 1773 schreibt Pfarrer Christoph Grieshaber in einem Gutachten: Die Pfarrkirche sei "allerdings baufällig und so beschaffen, daß man den Gottesdienst ohne wirkliche Lebensgefahr nicht mehr darinnen abhalten" könne. Am 17. September 1773 ergeht ein Bericht an die vorderösterreichische Regierung. Zitat: "Nothdringliche Einsturzgefahr der dasigen Kirche."

Innenraum der Pfarrkirche St MartinAm 23. wird ein Vertrag zwischen der Stadt Basel, der Ortsherrschaft von Schönau und der Gemeinde Wehr, über die Baufinanzierung geschlossen. Aufgrund des enormen Beitrags der Stadt Basel - sie trug 75 % der Baukosten - ziert bis heute das Basler Stadtwappen das Hauptschiff unserer Kirche.

Am 12. Mai 1777 äußert sich der Basler Stadtingenieur J.J. Fechter kritisch zur Qualität der Bauausführung.

Wie Fechter befürchtet hatte, stellten sich bald Bauschäden ein. 1797 neigen sich die Seitenmauern nach außen; es droht Einsturzgefahr. Ursache lag in der mangelhaften Bauausführung durch die schönauische Herrschaft.

Innenraum der KircheZur Lösung der statischen Probleme schlägt der Säckinger Baumeister und Bildhauer Johann Friedrich Vollmar (siehe auch in Schwörstadt: Zur Kirchengeschichte) vor, das Dach durch Pfeilerreihen zu unterfangen, die Seitenmauern nach außen zu rücken und dadurch noch einen zusätzlichen Platz für 380 Personen zu gewinnen. 1804 wird der Vertrag über den Kirchenumbau geschlossen. Im Auftrag der Stadt Basel beaufsichtigte jetzt Pfarrer Mayer die Baumaßnahmen. Stukkaturarbeiten und Ausmalung des Kirchenraums erfolgen ebenfalls durch Vollmar.

1850 wird der neue Hochaltar durch Baumeister und Maler Joseph Vollmar, Säckingen geschaffen.

1871/72 Weitergabe der bisherigen Orgel an die Diasporakirche in Höllstein. Neubau einer Orgel mit 24 Registern (Gebr. Walcker, Ludwigsburg). 1874 werden drei neue Glocken beim Gießer Benjamin Muchenberger, Blasiwald erworben. Nach Plan des Architekten Paul Reber, Basel läßt die politische Gemeinde Wehr 1892 den Kirchturm mit einer zweiten Zwiebelkuppel und einem Laternenaufsatz bereichern.

Orgel von 1935Zu Beginn des 20. Jh. wird die Kirche aufgrund des Bevölkerungswachstums zu klein. 1908 wird der alte Chorbau abgebrochen. Es erfolgt eine Erweiterung durch ein neues Querhaus (überhöht durch Vierungskuppel) und einen neuem Chorbau, 1909/10 Bau einer Vorhalle vor dem Turm, der Hochaltar und äußere Seitenaltäre werden ersetzt. 1935 Umbau und Erweiterung der Kirchenorgel auf 46 Register (Fa. Willy Dold, Freiburg).

1936/40 restauriert der Offenburger Kunstmaler Emil Brischle die alten Deckenbilder und schafft mehrere Deckengemälde neu. Neue Kreuzwegstationstafeln (Maler Ecke). Grabgedenksteine der ehem. Ortsherrenfamilie v. Schönau im Vorraum zum Orgelaufgang untergebracht. Im anderen Vorraum Einrichtung einer Kapelle.

Unter Pfarrer Gerhard Balles 1984/88 erfolgt eine grundlegende Innenrenovation der Pfarrkirche unter der Leitung durch Erzbischöflichen Bauamt Freiburg (Oberbaudirektor Heinz Triller und Architekt Lothar Schmitt). Denkmalpflegerische Betreuung: Dr. Hans Jakob Wörner. Restaurator Emil Geschöll, Freiburg. Farbliche Abstimmung auf den Baubestand von 1805 und 1910. Spätbarocker Klassizismus und Jugendstil-Neubarock werden in leuchtender Farbgebung zu einer strahlenden Einheit verbunden.

Chororgel von 1991Die 1935 eingebaute Orgel zeigt immer deutlichere technische Mängel. Zur Entlastung wird eine neue Chororgel beschafft, die am 7. Juli 1991 eingeweiht wird (2 Manuale, Pedal; 20 Register). In einem teilweise originalen Gehäuse des markgräflich-badischen Hoforgelmachers Georg Markus Stein, Durlach durch die Orgelbaufirma Claudius Winterhalter, Oberharmersbach. Oberaufsicht führt der Erzbischöfliche Orgelinspektor Dozent Bernhard Marx, Freiburg.

 

 

Quelle: Kirchenführer St. Martin,
Verlag Schnell & Steiner, München 1992
erhältlich am Schriftenstand in der Kirche oder auf dem Pfarrbüro)


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