Katholische Pfarrei St. Martin Wehr (Baden)
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Alberto Lenz

Soziales Engagement, Heimatverbundenheit und Einheit im Glauben über Kontinente Hinweg

Albert Lenz jun. (1897 - 1989)Der Name Lenz ist in Wehr vor allem durch die im Jahre 1865 von Johann Lenz gegründete Papierfabrik bekannt. Dessen Sohn Albert (1867 - 1951) wanderte im Jahr 1890 nach Mexiko aus, arbeitete dort mehrere Jahre - unter anderem als Betriebsleiter einer Papierfabrik - und gründete im Jahr 1905 ein eigenes Unternehmen, das sich zu einem der größten Industriebetriebe Mexikos entwickelte. Albert Lenz blieb immer stark mit seiner Wehrer Heimat verbunden, was in für die damalige Zeit recht häufigen Besuchen zum Ausdruck kam. Dessen Sohn Albert (Alberto) Lenz jun. (1897 - 1989) führte das Werk in Peña Pobre bis 1986 weiter. In diesem Jahr wurde die gesamte Gruppe, welche zu einem der größten Papierproduzenten Südamerikas gewachsen war an einen internationalen Konzern verkauft. Der Verbundenheit von Alberto Lenz jun. mit dem Geburtsort seines Vaters Albert verdanken wir den Grundstock für den Erwerb der Chororgel in St. Martin.

Dieses kurze Schlaglicht auf drei Generationen des von Wehr nach Mexiko ausgewanderten Zweigs der Papiermacherfamilie Lenz beschreibt das Wirken dieser Menschen jedoch nur völlig unzureichend. Diese Familie von Großindustriellen zeichnete sich über Generationen durch ein hohes Maß an sozialem Engagement, Heimatverbundenheit und Weitsicht aus.

Albert (Alberto) Lenz (1867 - 1951)So begann schon Albert Lenz mit einem systematischen Wiederaufforstungsprogramm, um ökologische Schäden durch den hohen Holzverbrauch der Papierindustrie zu beseitigen und die Rohstoffbasis zu sichern. Die Wirren der mexikanischen Revolution überstand er nur unbeschadet aufgrund des Schutzes, den ihm seine Arbeiter gewährten. Der Einsatz, den Albert und seine Nachfolger Zeit ihres Lebens für ihre Arbeiter erbrachten, läßt das Bild des Gegenteils des verbreiteten, generalisierenden Vorurteils über südamerikanische Industrielle und Unternehmer im Allgemeinen entstehen. So hoch das Engagement in und für die neue Heimat war, so blieben Albert und seine Nachfolger auch der alten Heimat verbunden. Man neigte offensichtlich auch nicht dazu, den für die eigenen Interessen einfachsten Weg zu beschreiten, wie die freiwillige Teilnahme von Alberts Sohn Alberto am ersten Weltkrieg zeigt.

Der wichtigste Punkt aus Wehrer Sicht ist jedoch das enorme soziale Engagement für die Stadt. Nach außen sichtbar ist bis heute das 1922 gestiftete Gefallenendenkmal für die Toten des Ersten Weltkriegs, das später durch die Gedenktafeln für die im zweiten Weltkrieg Gefallenen ergänzt wurde. Das Wirken im Verborgenen ging jedoch weit darüber hinaus. So wäre beispielsweise das Altenzentrum der Bürgerstiftung Wehr ohne die Unterstützung aus Mexiko in dieser Form nicht denkbar gewesen.

Alberts Sohn Alberto war Katholik, obwohl die aus Schopfheim stammende Familie Lenz protestantischen Bekenntnisses war, denn er wurde von seiner mexikanischen Mutter im katholischen Glauben erzogen. Daraus erwuchs auch seine besondere Verbindung zur Pfarrgemeinde St. Martin, der wir wesentlich unsere Chororgel verdanken. So erhielt diese Verbindung über Kontinente hinweg ohne Aufhebens einen natürlichen ökumenischen Aspekt.

Quellen: Familienarchiv der Familie Lenz; persönliche Informationen von Herrn Dieter Lenz, Wehr


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