Katholische Pfarrei St. Martin Wehr (Baden)
Heute: Heilige Maria Magdalena, Zeugin der Auferstehung des Herrn, Fest - Liturgie: Schott Liturgische Tagestexte  

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Ackerrainkapelle

Am alten Enkendorfer "Kirchweg" steht die Ackerrainkapelle.

Anfahrtsweg 

Auf unserer Seite Gottesdienstorte Anfahrt finden Sie eine detaillierte Wegbeschreibung mit Karte.

Geläut der Ackerrainkapelle auf der Website der Glockeninspektion des Erzbistums Freiburg 

Im Oktober 2013 besuchte der Erzbischöfliche Glockeninspektor Johannes Wittekind unsere Pfarrei und überprüfte die Glocken und deren Funktionssicherheit. Dabei fertigte er auch eine professionelle Aufnahme des Geläuts der Ackerrainkapelle an. Hier hören Sie das Geläut unserer Ackerrainkapelle.

Geschichte 

AckerrainkapelleSie ist der Gottesmutter geweiht und ihr Inneres birgt den schönen Barockaltar, eine der besten Schöpfungen alter Kunst, die auf Wehrer Boden noch vorhanden sind. über dem Eingang steht die Jahrzahl 1648. Sie erinnert an die Zeit, da man eben die Schrecken des 30jährigen Krieges überstanden hatte. Ob die Kapelle damals neu erbaut oder anstelle einer alten, vielleicht während des Krieges zerstörten Kapelle, neu errichtet wurde, wissen wir nicht. Beeindruckend ist die überschwengliche barocke Gestaltung insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, daß Wehr während der Jahre des 30jährigen Krieges zwischen 1618 und 1648 mindestens zwei Drittel seiner Bevölkerung durch Krieg, Krankheit und Hunger verloren hatte.

Barocker MarienaltarMan wäre geneigt, schon eine ältere Kapelle hier zu vermuten. Auf dem bei der Kapelle liegenden Acker ruhte einst die Verpflichtung, daß dessen Besitzer das Kirchlein zu betreuen und täglich darin Betzeit zu läuten hatte. Nach den Angaben im Vorbericht zu den Kapellenfondsrechnungen soll Hans Litschgi um 1660 diesen Acker mit den erwähnten Bedingungen zur Kapelle gestiftet haben. An der Errichtung des Kapellenfonds beteiligte sich mit einer größeren Stiftung auch der Vogt Johann Genter. Als die Gemeinde im Jahre 1831 den besagten Acker erwarb, um darauf das Armenhaus für die Meriansche Stiftung zu errichten, übernahm sie die auf ihm ruhende Verpflichtung der Kapellenbesorgung.

KreuzwegAuch diesem Kapellenfonds vermachte um 1840 Theresia Schrammberger geb. Trefzger ein ansehnlid1es Legat. Seit der Restauration von 1960 steht die Kapelle als schmuckvolle Zierde in der Landschaft.

Wenn der Weg der Beerdigungsprozession, welche früher vom Haus des Verstorbenen zur Kirche führte, an der Kapelle vorbeiführte, was bei allen Todesfällen im Enkendorf der Fall war, hielt der Zug vor der Kapelle inne, um ein Ave Maria für den Verstorbenen zu beten.

Die Kapelle wurde lange Zeit für die Feier der Stundenliturgie durch die in Wehr zum Beispiel im Krankenhaus und im Kindergarten St. Joseph tätigen Ordensschwestern vom Heiligen Kreuz aus Altötting benutzt. Nach der Abberufung der letzten Schwestern aus Wehr im Jahre 1991 finden in der Kapelle regelmäßig Messen und gemeinsame Gebete statt.

Quelle Geschichte: "Wehr, eine Ortsgeschichte", Fridolin Jehle, Konstanz 1969

Die Glocke der Ackerrainkapelle 

Nach dem kriegsbedingten Verlust der Glocke der Ackerrainkapelle erhielt die der Gottesmutter Maria geweihte Kapelle 1950 zusammen mit der Pfarrkirche St. Martin eine neue Glocke in ihren Dachreiter.

Die Glocke erklingt mit dem Ton B, hat einen Durchmesser von 41cm und ein Gewicht von 43kg. Inschrift auf der Glocke: "Du Heil der Kranken bitte für uns. Gestiftet von Familie Anton Kummle, Maurermeister". Außerdem trägt sie das Wappen und das Zeichen der Gießerei Grüninger, Villingen und die Jahreszahl des Gusses, 1950 sowie das Bild der Patronin der Kapelle.

Die Inschrift nimmt Bezug auf das direkt neben der Kapelle befindliche ehemalige Krankenhaus der Stadt Wehr.

Renovation in den Jahren 1990 bis 1991 

Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts verschlechterte sich der bauliche Zustand der Kapelle immer mehr. Darüber hinaus wurde die Merianstraße vor der Kapelle deutlich abgesenkt, sodaß erhebliche Außenarbeiten notwendig wurden. Infolge der erst kürzlich abgeschlossenen Großrenovation der Pfarrkirche waren die Mittel für eine Sanierung äußerst knapp.

Der Kern der Renovationsmannschaft: Max Wehle, Anton Frommherz, Peter Jemlich, Otto Kramer und Wolfgang EschbachEin Gruppe von Mitgliedern unserer Pfarrei machte sich unter der Leitung von Wolfgang Eschbach daran in Eigenarbeit einen wesentlichen Teil der fälligen Arbeiten zu leisten. Die erst kurz davor mit großem Erfolg abgeschlossene Renovation der Josefskapelle stand für dieses Projekt gewissermaßen Pate.

 

Bausprechung zwischen Stadtpfarrer Balles und Wolfgang EschbachTrotz seiner bereits sehr angegriffenen Gesundheit und der vorher unter seiner Leitung abgeschlossenen Renovation von Pfarrkirche und Josefskapelle fand das Projekt sofort die volle Unterstützung des damaligen Stadtpfarrers Gerhard Balles.

 

Aushubarbeiten im KapellenraumNach Beginn der Arbeiten stellte es sich heraus, daß der Allgemeinzustand der Kapelle derart schlecht war, daß eine Grundsanierung unumgänglich war. Neue Drainagen mußten um die Kapelle herum verlegt werden, der Boden wurde entfernt und durch einen Betonboden mit Kiesbett ersetzt, der Innen- und Außenputz entfernt, der Zugang neu erbaut, die Elektroinstallation komplett erneuert und zu Abschluß

 

Bei der Innenraumgestaltung wurde der Altar etwas verkürzt. Dabei wurde auch eine Reliquie, die im 17. Jh. beim Bau der Kapelle in den Altar eingebracht worden war gefunden. Nach erheblichen Anstrengungen, von denen die nachfolgenden Photos nur einen schwachen Eindruck geben können, erstrahlte die Kapelle im Jahr 1991 wieder in neuem Glanz.

Stellvertretend für die vielen Helfer, von denen nicht alle auf den Illustrationen dieser Seite erscheinen sei Wolfgang Eschbach für seine unermüdliche Arbeit gedankt, die dieses Glaubenszeugnis in unserem Tal für zukünftige Generationen bewahrt hat.

Nach Entfernen des Außenputz werden die unterschiedlichen Bauphasen sichtbar Der Innenraum beim Beginn der Putzentfernung Abladen des Kieses für den Unterbau des Bodens
Einbau des Kieses als Unterbau für den neuen Kapellenboden Anlieferung des Fertigbetons für den Boden Drainagearbeiten im Außenbereich
Abschluß der Drainagearbeiten Abschlußfeier mit den Hauptbeteiligten. Im Vordergrund links Stadtpfarrer Gerhard Balles Die Kapelle erstrahlt in neuem Glanz

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