Katholische Pfarrei St. Martin Wehr (Baden)
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St Raphael

Förderverein St. Raphael e.V. der DPSG Wehr, Stamm St. Bernhard - Entstehung und Geschichte des Fördervereins St Raphael

Über den derzeitigen Zustand des Hauses und Möglichkeiten zur Vermietung können Sie sich auf der Internetseite von St. Raphael informieren.

Haus St. Raphael vor der Einweihung 1963 Haus St. Raphael vor der Einweihung 1963Das Haus St. Raphael wurde im Jahre 1962 eingeweiht, um der Jugend die Möglichkeit zu geben, Wochenendaufenthalte und Ausflüge außerhalb von Wehr zu veranstalten. Die Zeit ist vergangen und aus der Jugend von 1962 sind Damen und Herren reiferen Alters geworden. Und auch am Jugendhaus hat der Zahn der Zeit genagt. Anfang der neunziger Jahre war der Zustand des Hauses derart schlecht, daß eine Renovation immer drängender wurde.

Küche vor Beginn der RenovationsarbeitenDoch Kinder- und Jugendgruppen suchen auch nach 40 Jahren nach Häusern für Wochenenden und Ferienaufenthalte. Allerdings ist der Aktionsradius der Gruppen größer geworden und Gäste aus Köln, Hamburg oder Holland sind keine Seltenheit mehr. Selbstverständlich ist die Nachfrage aus unserem Landkreis immer noch groß.

Küche vor Beginn der RenovationsarbeitenDoch kann man als Gruppenleiter in der Jugendarbeit einfach nur nach Staat, Kirche oder anderen Institutionen rufen, wenn die Belegungswünsche an bestehende Jugendheime so hoch sind, daß man ein Jahr im Voraus buchen muß, um einen gewünschten Termin zu bekommen? Wir als ehemalige und aktive Pfadfinder konnten diese Frage nur mit "nein" beantworten. Und dieses Nein führte zur Gründung des Fördervereins St. Raphael.

Toiletten vor Beginn der RenovationsarbeitenIm Herbst 1992 wurde im Pfarrgemeinderat Ober die Zukunft des Hauses St. Raphael beraten. Walter Handwerker hatte nach 16 Jahren die Verwaltung des Hauses abgegeben und trotz seines unermüdlichen Einsatzes und dem seiner Helfer, bedurfte das Haus einer grundlegenden Renovierung. Die Kosten dafür konnte die Pfarrei nicht tragen, und so wurde bereits über einen Verkauf nachgedacht. Dies erfuhren die Pfadfinder, die sich mit den ehemaligen Pfadfindern über den Zustand des Hauses informierten.

Bad vor Beginn der RenovationsarbeitenNach einigen Vorbesprechungen und dem Ausarbeiten einer Satzung wurde dann der Förderverein St. Raphael gegründet. Er übernahm die Verwaltung des Hauses, und die Mitglieder des e.V. begannen mit den nötigsten Reparaturen und der Pflege der Außenanlage. Mit der Pfarrei wurde ein Kaufvertrag ausgearbeitet, und so ging das Haus 1995 in den Besitz des Fördervereins über.

Nun wurde ein Bau- und Finanzausschuß gegründet. Der Bauausschuß überprüfte die Bausubstanz des Hauses und besichtigte verschiedene andere Häuser dieser Art. Auch die Konzeption des Hauses wurde überplant und auf die heutigen Bedürfnisse der Benutzer abgestimmt. So wurde beschlossen, die Küche nach oben zu verlegen, einen zentralen Treppenaufgang zu schaffen und die Anzahl der Betten an die Größe des Aufenthaltsraumes anzupassen.

Besprechung in einer frühen BauphaseAus diesen Voraussetzungen ergaben sich zwei Möglichkeiten zur Renovation: entweder man behielt einen Großteil des Grundrisses bei und führte eine umfassende Renovation durch oder man höhlt das ganze Haus aus und legt einen neuen Grundriß fest mit einem Anbau als Treppenhaus. Um eine Entscheidung treffen zu können, mußte der Bauausschuß die Kosten für beide Varianten ermitteln.

Verlegung der Wasserleitung und HausanschlußJürgen Fricker und Andreas Kramer begannen parallel dazu die Renovation vorzubereiten. Die im Sommer 2000 gelegte neue Abwasserleitung wurde am Haus angeschlossen und eine neue Wasserverteilung eingebaut.

Nach Verlegung der WasserleitungBereits an der Hauptversammlung waren Projektleiter für die verschiedenen Baugewerke bestimmt worden. Sie überprüften die Bausubstanz des Hauses und erstellten für Ihre Bereiche eine Kostenschätzung. Parallel dazu ließ man Angebote von Firmen erstellen, um so den Kostenrahmen abstecken zu können. Bei der Sitzung der stimmberechtigten Mitglieder im Herbst 2000 wurde dann schnell klar, daß die große Umbauvariante zu teuer würde.

Entfernen der DeckenverkleidungAuch wollte man den Hüttenstiel des Hauses erhalten und eher noch betonen. . So konnten sich nach dieser Entscheidung nun alle auf die Renovierungsvariante konzentrieren, und im Februar 2001 standen die Kosten mit 80 000 Euro fest.

Während der Zeit der Planung wurde das Haus weiter vermietet. Am 05.01.2001 verließ dann die letzte Gruppe das Haus.

Durchgefaulter DeckenbalkenBereits am darauffolgenden Wochenende begannen die Pfadfinder- und Roverstufe damit, das Haus auszuräumen und die Wand- und Deckenverkleidungen zu entfernen. Nun traten die Mängel an der Bausubstanz offen zu Tage. Fast jeden Samstag entdeckte man wieder- Stellen, an denen der Zahn der Zeit genagt hatte. Tragende Balken waren durchgefault, der Estrich hatte Risse und die Isolation war mit 2 cm Dicke absolut unzulänglich.

Keller nach Entfernen der VerkleidungDie Entdeckungen eines Schadens zog bei genauerem Hinsehen und Freilegen die nächste Überraschung nach sich. So wurden z.B. im Bad zuerst die Platten weggespitzt, weil die Fugen und Platten brüchig waren. Danach sah man, daß der Estrich unter den Platten kaputt war und beim Entfernen des Estrichs kam dann wiederum ein total durchgefaulter Deckenbalken zum Vorschein.

Abbrucharbeiten im KellerAm Ende der Ausbau- und Demontagearbeiten im Sommer 2001 stand dann das Haus im Innenbereich fast im Rohzustand da. Dies eröffnete allerdings auch ganz neue Möglichkeiten. So konnte nun eine zentrale Treppe ins Untergeschoß eingebaut werden, die Küche wurde nach oben verlegt, und im Untergeschoß gewann man Platz für zwei separate Waschräume und Toiletten sowie einen dritten Schlafraum.

Abbrucharbeiten im BadDoch es gab auch melancholische Momente z.B. als der 40 Jahre alte Speiseaufzug ausgebaut wurde, mit dem viele Erinnerungen an frühere Hüttenaufenthalte verbunden waren. Auch der gekachelte Sitzplatz am Kamin wurde nur schweren Herzens abgebrochen.

MaurerarbeitenNach und nach begann im Frühsommer 2001 der Wiederaufbau im Innenbereich. Die Zimmermänner stellten die neuen Wände, ersetzten morsches Gebälk und brachten neue Isolation in die Wände ein. Die Elektriker legten die Elektroleitungen in Wände und Decken, und die Schreiner setzten Fenster und begannen Raum für Raum mit Nut und Federbrettern zu vertäfeln. Parallel dazu arbeitete eine

Gruppe an der Außenfassade. Sie brachten unter der Veranda und dem Freisitz Wand- und Deckenverkleidungen an. Die Maurer betonierten eine neue Treppe ins Untergeschoß und mauerten die Trennwände in den Waschräumen. Auch die komplette Sanitärinstallation sowie die Abwasserleitungen im UG wurden neu installiert. Im Februar 2002 kamen dann die ersten Handwerksfirmen ins Haus. Die kompletten Arbeiten waren bis dahin größtenteils von Pfadfindern und ehemaligen Pfadfindern verrichtet worden. Nun war es an der Zeit, die Arbeiten, die nicht selbst bewältigt werden konnten, an Handwerker zu übergeben.

Rover beim FliesenDer Gipser verputzte die Wände im Untergeschoß, und der Heizungsmonteur installierte eine komplett neue Heizung. Danach wurde der Estrich gelegt, und nach der Trockenzeit kam der Plattenleger und legte einen Teil der Fliesen, ein anderer Teil wurde ein Eigenarbeit verlegt.

Streichen der PaneleNatürlich ging die Arbeit an den Holzverkleidungen und an der Einrichtung weiter, so daß im Juli 2002 die ersten Schränke und Betten eingebaut werden konnten. Die Außenfassade wurde fertiggestellt und die neuen Rolläden montiert. Auch im Außenbereich war in der Zwischenzeit einiges passiert. Ein großer Flüssiggastank war vergraben worden und um das Parkplatzproblem zu entschärfen wurde der Platz mit Verbundsteinen belegt und Parkbuchten geschaffen.

Parallel zu den Arbeitseinsätzen im Haus ging natürlich auch die organisatorische Arbeit weiter. Besonders die Finanzierung war ein großes Problem. Einen Teil der Umbaukosten konnte dann durch den Erlös aus dem Verkauf von Wasserrechten an die Gemeinde Todtmoos bestritten werden. Einen weiteren Teil finanzierten die Pfadfinder. Es wurden außerdem Papiersammlungen, Trödelmärkte und Kuchenverkäufe organisiert. Auch die Einnahmen aus Spenden halfen bei der Finanzierung mit.

Vorbereitung der AussenverkleidungSo konnte die Hälfte des Umbaus aus eigenen Mitteln finanziert werden. Im Frühling 2002 mußte dann aber doch noch ein Kredit über 35 000 Euro aufgenommen werden, um die anfallenden Rechnungen der Handwerker bezahlen zu können, obwohl diese dem Verein mit günstigen Preisen entgegen kamen.

Ein weiteres Problem stellten die Verhandlungen mit der Gemeinde Todtmoos über die Erbpachtzinsen für das Grundstück dar. Hatten bis zur Übergabe des Hauses an den Verein 30 Euro Erbpachtzins jährlich bezahlt werden müssen, forderte die Gemeinde nun 750 Euro. Dies war natürlich nicht akzeptabel besonders im Hinblick darauf, daß man die Vermietungskosten auf einem günstigen Niveau halten wollte. In zähen Verhandlungen konnte man sich dann auf 250 Euro Erbpachtzins jährlich einigen.

Neu montierte AussenverkleidungTrotz der vielen in diesem Bericht nur angerissenen Problemen konnte im August 2002 das Haus zum ersten Mal wieder vermietet werden.

Doch es blieb noch einiges zu tun, bis im Januar die Vermietung wieder voll anlaufen konnte. Einige Möbel wie z.B. die große Eckbank im Aufenthaltsraum oder der vierte Schlafraum nahmen noch einige Zeit in Anspruch.

Die aktiven und ehemaligen Pfadfinder sowie die anderen Helfer haben bis Ende des Jahres 2002 insgesamt 3500 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, um das Haus St. Raphael wieder zum Treffpunkt für Jugendgruppen machen zu können.

Hinzu kommen die Stunden im Einsatz an Trödelmärkten, Kaffeeständen und bei Altpapiersammlungen, sowie die Stunden im Gespräch mit Behörden, Ämtern und natürlich die Zeit für Planung und Organisation.

Mit dem Abschluß der Renovation war zwar der größte Bauabschnitt fast bewältigt, doch kamen seither noch die Sanierung des Daches und das Neuanlegen des Platzes hinter dem Haus auf uns zu.

Im Jahr 2003 konnte dann endlich das vierzigjährige Bestehen gefeiert und werden und unser Stadtpfarrer Kirner konnte das Haus im Rahmen dieser Feier neu einweihen.

Über den derzeitigen Zustand des Hauses und Möglichkeiten zur Vermietung können Sie sich auf der Internetseite von St. Raphael informieren.

Über Ihre Unterstützung würden wir uns freuen, sei es mit tatkräftiger Hilfe oder mit einer Spende. Die Kinder, die im Haus St. Raphael Gemeinschaft, soziales Miteinander und Natur erleben, werden es ihnen danken.

Bericht: Andreas Kramer

Kontakt:

Susanne Fricker, Bündtenfeldstraße 2a, Wehr, Tel.: 07762 1341 E-Mail


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