Katholische Pfarrei St. Martin Wehr (Baden)
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Geschichte

Ein kurzer Überblick über die Geschichte unserer Pfarrei

(entnommen aus: Kirchenführer St. Martin,
Verlag Schnell & Steiner, München 1992, S. 3f. -
erhältlich am Schriftenstand in der Kirche oder auf dem Pfarrbüro)

Die Pfarrkirche St. Martin von Westen gesehenDie Stadtpfarrei St. Martin. Obwohl eine Urkunde die Kirche erst 1256 erwähnt, läßt die Christianisierung des alemannischen Bereichs um Säckingen und der hiesige Schutzheilige St. Martin von Tours schon eine seelsorgerische Organisation mit Gotteshaus in Wehr während der Frankenherrschaft vermuten. Der hl. Fridolin und die Frankenmissionare aus dem Hilariuskloster von Poitiers brachten ihre hochverehrten Heiligen als Kirchenpatrone mit hierher (6. / 7. Jh.). Daß die Wehrer Kirche im 13. Jh. zu Burg und Herrschaft gehörte und der Kirchensatz bei den Herren von Klingen lag, erlaubt den Rückschluß auf ältere Besitzrechte der Herren von Werrach an ihrer Eigenkirche. Nach allem bildete während des Mittelalters der nördliche Teil des Grafschaftsgebietes Wehr den Pfarrbezirk. Mit der Erschließung der Hotzenwaldhöhen für die Kolonisation dehnte sich die Pfarrei Wehr bis nach Rickenbach aus.

Turm der Pfarrkirche St. MartinZwar der alemannischen Diözese Konstanz eingegliedert, blieb Wehr doch unter einem starken politischen Einfluß der Bischöfe von Basel. Der ging auf das im Gemeindegebiet gegründete Dominikanerinnenkloster Klingental zurück, dem 1262 die bestehende Pfarrei inkorporiert worden war - Wehr wurde dabei als Pfarrei erstmals urkundlich erwähnt. Die Rechte an Kirche und Pfarrei wanderten mit, als die Schwestern 1274 ihr Kloster nach Kleinbasel verlegten. Während der Reformationszeit übernahm die Stadt Basel dann Stellung und Einfluß, die das Kloster Klingental in Wehr besessen hatte (1556). Erst 1818 lösten die Freiherren von Schönau als Grundherren das Kirchenpatronat und die Zehntbezüge der Stadt Basel durch Kauf ab. Nach einer letzten großen Erweiterung im Jahr 1910 bei der auch der heute die Kirche prägende Hochaltar eingebaut wurde erhielt die Pfarrkirche ihre heutige Form. Die Konsekration des Altars im Sommer des Jahres 1910 wird heute als Kirchweihdatum begangen. Das Jubiläumsjahr 2011 wurde als Festjahr gewählt da es genau zwischen den beiden wichtigen Daten für die Pfarrei - 750 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung und der Pfarrkirche - 100 Jahre seit der Neukonsekrierung liegt.

Heute besitzt der Freiburger Erzbischof die Patronatsrechte in Wehr. 1991 zählten 5900 Katholiken zur Pfarrei St. Martin. Gemäß dem allgemeinen Trend ging diese Zahl auf 4900 im Jahre 2009 zurück. Dies spiegelt teilweise die Bevölkerungsentwicklung wieder, die allgemeine Tendenz zur Entchristlichung der Gesellschaft entgegenzuwirken muß zentrale Aufgabe für die Zukunft sein.

Deckengemälde in der Vierungskuppel mit Szenen aus dem Leben des Hl. Martin von ToursDer Kirchenpatron St. Martin. In Sabaria (Ungarn) 316 geboren. Der Vater schickte den 15jährigen Jungen zum Kriegsdienst in eine römische Reiterabteilung nach Gallien. Die Legende berichtet von der Begegnung mit dem nackten Bettler am Stadtrand von Amiens. Aus Mitleid halbierte Martin mit seinem Schwert den Mantel und schenkte eine Hälfte dem Armen. Daraufhin gab sich Christus selbst in nächtlicher Erscheinung zu erkennen. Martin ließ sich mit 18 Jahren durch den hl. Bischof Hilarius von Poiters taufen, kehrte nach Ungarn zurück, um seine Mutter zu bekehren und dort gegen die Irrlehre der Arianer aufzutreten. Nach Wundern und Abenteuern führte er auf der Insel Gallinaria bei Genua ein Einsiedlerleben, bevor ihn Bischof Hilarius 360 nach Poiters rief. Selbst zum Bischof gewählt, gründete Martin das berühmt gewordene Kloster Tours. Dort starb er nach unermüdlicher Missionstätigkeit 397.

In der Szene der Mantelteilung wurde St. Martin als Heiliger der christlichen Nächstenliebe vielfach dargestellt und im Volk beliebt. Auch als Bischofsgestalt mit Buch, Mantelstück oder Gans (die Martins Versteck verriet, als er sich der Bischofswahl entziehen wollte) ist er vielfach in Bildern zu sehen. Martinstag, Martinsumzug mit Laternen und Brotspende (an die Kinder und Hilfsbedürftigen) und Martinsgans erinnern an diesen großen Heiligen des Frankenreichs und des Hilariusklosters von Poiters, aus dem der hl. Fridolin von Säckingen und seine Mitbrüder als Apostel zu Alemannen ins Oberrheingebiet und in die Schweiz gezogen waren.


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