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Das Nervensystem der Orgel: Die Traktur
Während der zweiten Bauwoche erfolgte der Einbau der Traktur. Durch ein komplexes System von Hebeln, Stangen, Leisten, Bändern, Winkelhebeln und vielen Kleinteilen werden die Tasten des Spieltisches sowie die Züge der Register mit den einzelnen Pfeifen beziehungsweise mit den Steuerungen der Register verbunden.
In traditioneller Weise ist dieses System voll mechanisch ausgelegt. Feine Teile und eine präzise Verarbeitung sind notwendig für eine gute Bespielbarkeit und ein genaues Ansprechen der Pfeifen auf das Spiel der Organisten.
Links im Hintergrund des ersten Bildes sind die Metallstangen erkennbar, die die einzelnen Register steuern. Durch die Züge werden über diese Stangen Leisten - die sogenannten Schleifen bewegt, die dann die einzelnen Register ein- oder ausschalten.
In einer Detailvergrößerung wird auf dem Bild rechts die filigrane Mechanik erkennbar. Ausgehend von jeder einzelnen Taste am Spieltisch werden die Pfeifen angesteuert. Hölzerne Hebel, Stäbe, Bänder und Messingstangen sind nebeneinander aufgereiht. Über dünne Holzleisten, den sogenannten Abstrakten, die am oberen Bildrand erkennbar sind, geht der Weg bis hinauf zu den einzelnen Pfeifen.
Am unteren Ende der senkrechte Leisten, die zu den Pfeifen führen, finden sich kleine Stellräder, die eine Justierung der Züge ermöglichen. So kann das Ansprechen jeder einzelnen Taste justiert werden. Das Bild ist vom Stimmgang hinter dem Spieltisch in Richtung der Manuale aufgenommen.
Die Orgelpfeifen stehen jeweils in Bohrungen, die sich in den sogenannten Pfeifenstöcken befinden, in die die Pfeifen gestellt werden. Durch diese Bohrungen wird die Luft in die Pfeifen geführt. Die Pfeifen eines Registers stehen jeweils in einer Reihe. Eine Lochleiste - die Schleife - ermöglicht es durch Längsverschiebung gegenüber den Bohrungen, in denen die Pfeifen stehen jeweils für eine ganze Reihe von Pfeifen die Luftzufuhr zu ermöglichen oder zu sperren - die Registersteuerung.
Nach dem Einbau der Pfeifen konnte die Traktur überprüft und eingestellt werden. Wichtig sind hier das Ansprechen der Pfeifen sowie der Widerstand auf den Tasten. Basierend auf einer Messung der wirkenden Kräfte wird eine erste Einstellung vorgenommen. Die Justierung erfolgt im Innern der Orgel.
Sollten Sie sich weiter über das Thema Orgel informieren wollen, finden Sie beispielsweise eine animierte Skizze des Funktionsprinzips der Traktur befindet sich auf der Orgelseite der freien Enzyklopädie Wikipedia.
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