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Bildstöcke und Wegkreuze - Symbole christlicher Frömmigkeit und Zeugnisse gelebten Glaubens.
Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 750 jährigen Pfarreijubiläum fand am 7.5.2011 in Zusammenarbeit mit der VHS Wehr und der Flurkreuzinitiative eine Begehung Wehrer Flurkreuze statt.
Herr Uwe Kratt führte in die Aktivitäten dieser für den Erhalt dieser unser Landschaftsbild so prägenden Kleindenkmäler so wichtigen Gruppe ein.
Es wäre schön, wenn sich noch mehr Mitarbeiter dieser Gruppe anschließen würden - denn die Arbeit in dieser Gruppe macht nicht zuletzt auch viel Freude und bringt Interessantes zur Geschichte zu Tage.
Die Bildstöcke und Wegkreuze sind nicht nur Symbole christlicher Frömmigkeit und Dokumente einstiger dankbarer oder trauriger Ereignisse sondern vor allem auch geweihte Stätten des Nachdenkens, Erinnerns und des Innehaltens, vielleicht mit einem kleinen Gebet.
So sahen es einst die Stifterfamilien und verwendeten für diese Kleindenkmale in der offenen Landschaft zwar dauerhafte Materialien wie Eichenholz, Zementguß oder Stein. Doch seither sind viele Jahrzehnte, oft über 100 Jahre vergangen. Familien, Umfeld, Landwirtschaft, Besitz haben sich verändert, der persönliche Bezug zum Kleindenkmal ging über die Zeit verloren und so steht heute erheblicher Renovierungsbedarf an. Das Landesdenkmalamt zählt die Kleindenkmale zwar zum erhaltenswerten Kulturgut, hat aber für deren Erhalt keine Mittel zu Verfügung. Und hier lag das große Problem.
Denn neben dem Arbeitsaufwand erfordert der Erhalt erhebliche Kosten. Für ein Feldkreuz werden ca. 7 m abgelagertes massives 18cm starkes Eichenkantholz benötigt, Imprägnierung, Blechnerarbeiten und Vergoldung sind handwerksgerecht auszuführen, das Fundament muß erneuert, alles transportiert, errichtet und weiter gepflegt werden. Kein Wunder, daß die Kleindenkmale auch auf der Gemarkung Wehr zunehmend verfielen.
In den 90er Jahren übernahm Herr Wolfgang Eschbach als Kirchengemeinderat St. Martin die sehr dankenswerte Aufgabe, noch vorhandene Kleindenkmale aufzuspüren. Von einst 70 fand er noch ca. 40, aber in teilweise sehr schlechtem Zustand. Es zeigte sich aber auch, daß deren Erhaltung, nur im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft zu lösen war. Gemeinsam mit Herrn Peter Kaufmann wurde 1999 über die Presse versucht, aktive Helfer für diese Aufgabe zu gewinnen, was tatsächlich gelang. Mit einer Anschubfinanzierung des Herrn Denk, Firma Brennet, konnte die Arbeit beginnen. Wenn auch Herr Kaufmann verstorben ist und Herr Eschbach aus Altersgründen nicht mehr tätig sein kann, die Wegkreuzinitiative arbeitet erfolgreich weiter.
Seit dem Jahr 2000 gelang es, bisher 19 Wegkreuze zu erneuern, weitere zu renovieren, die Standorte laufend zu pflegen sowie eine Dokumentation anzulegen. Und diese Arbeit geht weiter. Erst dieser Tage wurde in Flienken ein altes gegen ein neues Kreuz mit vergoldetem Corpus ausgetauscht. Allen Sponsoren, Spendern, aktiv Beteiligten und Eigentümern, sei von dieser Stelle aus herzlich gedankt für die jahrelange Unterstützung, vor allem den beteiligten Handwerksbetrieben und dem Bauhof Wehr.
Aber der Zahn der Zeit nagt unaufhaltsam und so sind wir weiterhin für jede finanzielle und aktive Mithilfe sehr dankbar. Denn wenn es uns gelingt, das Kreuz in seiner tieferen Bedeutung als ein besonders Erscheinungsbild in unserer Landschaft zu erhalten, dann hat sich unsere Tätigkeit gelohnt.
Text: Uwe Kratt
Norbert Hauf, Zelgstraße 2, 79664 Wehr, Tel. 07762 - 3966
Herbert Handwerker, Habsburger Straße 7, 79664 Wehr, Tel. 07762/9788.
Spendenkonto: Kontonummer 29204054, BLZ 684 522 90, Sparkasse Hochrhein.
Katholische Pfarrei St. Martin Wehr (Baden) - Kirchplatz 1 - 79664 Wehr
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