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Die Pfarrkirche St. Ulrich in Öflingen
Jedes Haus verändert sich im Laufe seines Bestehens. Während das Äußere seit der Einweihung der Kirche St. Ulrich nahezu dasselbe ist, wurde im Innern immer wieder umgestaltet. Alte Malereien wurden überstrichen, Imitationen und Ornamente mußten der Schlichtheit des einheitlichen Weiß weichen, um dann doch wieder mit kräftigeren Farbtönen an einigen Stellen übermalt zu werden.
Obwohl unsere neugotische Öflinger Kirche erst etwas mehr als einhundert Jahre alt ist, erfuhr sie so im Innenraum manche Änderung.
Im folgenden gehen wir auf die wesentlichen Elemente der Öflinger Kirche ein.
Geschaffen 1903 aus Kiefern- und Lindenholz im gotischen Stil von Franz Josef Simmler, Werkstatt für kirchliche Arbeiten in OffenburgDer Altartisch
Im Altartisch(Mensa) sind sieben Glasmosaiken der Offenburger Glasmosaikwerke eingelassen, die 1904 erstellt wurden. Sie stellen die sieben Sakramente dar: (v.r.n.l.) Ehe, Priesterweihe, Krankensalbung, Buße, Eucharistie, Firmung, Taufe.

Die beiden bunten Chorfenster wurden von Lütz & Lempt, Glasmalerei, Konstanz, 1903 gefertigt und bestehen aus buntem Glas in Bleifassung.
Das linke Fenster zeigt St. Elisabeth und St. Barbara, das rechte die Heiligen Paulus und Petrus.
Alle anderen Fenster stammen auch aus derselben Werkstatt. Sie hatten eine Musterverbindung mit gemalter Borde und bestanden aus Glas mit Bleifassung.
1981 wurden sie wegen der Wärmeisolierung durch doppelt verglaste Fenster ersetzt. Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch die teilfarbenen Fenster im Langhaus entfernt. Sie bestanden aus rechteckigen - rot, blau, grün, gelb - Glasscheiben von unten bis zur Oberkante des Kreuzweg. Dadurch wurde der Blick auf die Kreuzwegbilder nicht geblendet. Diese Fenster entstanden auf Vorschlag von Hermann Anton Bantle (Maler des Kreuzweges) und Dr. Albert Hackelsberger (1925 - 1938 Generaldirektor der Firma J. Weck & Co. In Öflingen) stiftete sie.
Die beiden Seitenaltäre im spätgotischen Stil aus Fichtenholz für die Architektur und aus Weichholz für die Ornamente, entstanden 1903 in der Werkstatt von Theodor Schnell, Atelier für christliche Kunst, Ravensburg
Der linke Seitenaltar ist der Marienaltar und wurde von Familie Anton Denk (Mitbegründer der Mechanischen Buntweberei Brennet, MBB, heutige Fa. Brennet AG im Öflinger Ortsteil Brennet) gestiftet.
Der rechte Seitenaltar ist der Heiligen Familie geweiht. Die Inschrift lautet "Heilige Familie segne unsere Familien". Die gewählte Darstellung weist eine Besonderheit auf. In Josefs Zimmermannswerkstatt beschäftigt sich Jesus im Knabenalter mit einem Kreuz. Stifter des Altars ist Familie Joseph Raphael Schenz (Mitbegründer der MBB, heutige Brennet AG)
Weitere Figuren in der Kirche stellen den Heiligen Antonius von Padua und den Heiligen Bruder Konrad von Parzham dar.
Der Heilige Antonius in Mönchskutte mit dem Jesuskind auf dem linken Arm reicht einem knienden Bettler einen Laib Brot. Die Statue steht heute rechts vom Hauptportal. Sie ist 1903 aus Terrakotta hergestellt und wurde von Frau Thomann - von der Gaststätte "Zum Kreuz" in Brennet gestiftet.
Schutzpatron von Padua und Portugal, gilt er als Patron der Liebenden, der Ehe, der Bergleute, der Pferde, der Bäcker und als Helfer gegen Unfruchtbarkeit. Im Volk wird er als Wundertäter und Helfer der verlorenen Sachen verehrt.
Der Heilige Bruder Konrad im Mönchsgewand betrachtet das Kreuz. Die Statue ist aus Holz gefertigt. Am 22.12.1818 in Parzham (Niederbayern) geboren, als Sohn eines Bauern. 1849 trat er in das Kapuzinerkloster St. Anna in Altötting ein.
Seit 1852 versah er dort 42 Jahre lang in liebevoller Aufopferung den Posten als Pförtner und zeichnete sich durch Liebe zu den Kindern und Hingabe für die Armen aus. In ganz besonderer Weise verehrte er die Leiden Christi am Kreuz und zog daraus die Kraft für seinen unermüdlichen Liebesdienst - nach eigener Aussage war im die Betrachtung des Kreuzes Schule für sein Leben. Aus diesem Grund wird er meist das Kreuz betrachtend dargestellt.
| Länge: | 48,26 m |
| Breite | 15,00 m |
| Höhe (Langhaus) | 13.00 m |
| Turmhöhe | 47,89 m |
| Bauzeit | 1902 -1903 |
| Kostenanschlag | 143.000,00 Mark |
| Tatsächliche Kosten | 185.607,00 Mark |
Die neue Öflinger Kirche wurde am 18. Oktober 1903 durch den hochwürdigsten Erzbischof Dr. Thomas Nörber aus Freiburg geweiht.
Quelle: Pfarrchronik 100 Jahre Pfarrkirche St. Ulrich Öflingen
Katholische Pfarrei St. Ulrich Öflingen - Wehratalstraße 59 - 79664 Wehr-Öflingen
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